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Kleine und mittlere Katastrophen im Bauablauf

Donnerstag, 17. Januar 2013

17. Januar 2013

Am Montag, dem 1. Oktober 2012 ging der “Kindergarten in der Haydn-Villa” offiziell in Betrieb. Ursprünglich sollte es ja der 1. September werden.

Allerdings gab es zu Beginn der Rohbauarbeiten ein paar Verzögerungen (die nicht durch uns zu verantworten waren!), und so wurde einvernehmlich mit der Gemeinde und dem Vorstand des Betreibers der 1. Oktober als Eröffnungstermin festgelegt. Immer noch ein sehr sportlicher Termin!

Eine Zeit lang im Mai/Juni glaubte ich schon nicht mehr so recht daran, dass wir diesen Termin einhalten könnten. Selbstverständlich hatte ich einen detaillierten Bauzeitenplan ausgetüftelt, in dem genau festgelegt wurde, welche Tätigkeit wo, wann und von wem in welcher Zeit zu erledigen sein muss, damit die nachfolgenden Gewerke nahtlos und planbar mit ihren Arbeiten beginnen können. Selbst bei dieser kleinen Baustelle ist das schon ein recht kompliziertes System aus mehrfach miteinander verstrickten Abhängigkeiten. In der Haut des verantwortlichen Oberbauleiters des Berliner Flughafens möchte ich nicht stecken!

Zentraler Meilenstein im gesamten Bauablauf war, wie so oft, das vermeintlich unscheinbare und vom Auftragsvolumen her auch nicht wirklich herausstechende Gewerk des Estrichlegers.

Um einen dampfdichten Bodenbelag wie Linoleum auf Zementestrich verlegen zu können, darf dessen Restfeuchte maximal 2,0% betragen (sonst gibt es später Blasen und der Kleber löst sich ab). Um diese Belagreife zu erlangen, muss der Estrich, der eigenlich bereits wenige Tage nach Verlegung begeh- und belastbar ist, mehrere Wochen trocken geheizt werden.

Zeit, die wir eigentlich nicht hatten!

Also musste der Estrich zu einem recht frühen Zeitpunkt eingebaut werden.
Dazu mussten allerdings erstmal die Wände soweit fertiggestellt sein: neue Durchbrüche mussten hergestellt, alte verschlossen, Schlitze für Leitungen gestemmt und nach Verlegung derselben wieder zugeputzt, Fehlstellen im Putz ausgebesssert, einige Wände mussten komplett neu verputzt werden, die Innendämmung musste an den Außenwänden angebracht sein (wobei eine fehlerhafte Lieferung des Herstellers wieder ein paar Tage kostete). Ach ja, und die Fußbodenheizung musste zwischendrin auch noch verlegt werden.

Alles das klappte mit einigen Mühen, aber es klappte. Mit den meisten der beteiligten Firmen arbeiten wir seit Jahren zusammen, die Handwerker kennen mich und meine Arbeitsweise, und sie kennen sich untereinander. Es herrscht ein freundlicher und kollegialer Umgangston auf der Baustelle. Ich bin ständig vor Ort und für jeden jederzeit ansprechbar. Unter solchen Voraussetzungen kann auch ein knapper Zeitplan unter erschwerten Bedingungen eingehalten werden.

Das Verlegen des Estrichs selbst ging reibungslos vonstatten. Zum Ausheizen wurde als Provisorium ein elektrisches Heizgerät installiert, da die Heizzentrale zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht betriebsbereit war.

Als dann Ende August der große Moment endlich gekommen war, sagte uns der längst beauftragte Bodenleger ab! Ein Mitarbeiter sei ihm  abgesprungen und alleine schaffe er es nicht. Na wenigstens sagt er es vorher.
Mitten in der Urlaubszeit musste also auf die Schnelle ein Ersatz gefunden werden.

Und als der neue Bodenleger dann endlich auf der Baustelle eintraf, gab es die nächste Überraschung: Die Feuchte-Messung ergab einen Wert von deutlich über 2,0%. Der verwendete Beschleuniger-Zusatz sollte eigentlich das Wasser im Estrich kristallin binden und so eine schnellere Belagreife ermöglichen. Bei der verwendetetn CM-Messmethode wird dieses Wasser aber wieder freigesetzt. Da die Firma mit solchen Zusätzen in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hatte, verlangte sie eine schriftliche Freigabe des Herstellers des Mittels, was von diesem natürlich verweigert wurde. Na super! War alle Mühe umsonst?

Glücklicherweise gibt es extra für solche Fälle entwickelte Absperrbahnen, die den Durchtritt der Feuchtigkeit nach oben verhindert und zur Seite hin ableitet. Sie kostet zwar fast soviel, wie das darauf zu verlegende Linoleum, aber was soll’s.

Der vereinbarte Termin wurde eingehalten!

Räume

Freitag, 28. September 2012

28. September 2012

Die nachfolgenden Bilder entstanden Ende letzter Woche, noch bevor die Möbel angeliefert wurden. Es sind noch nicht alle Steckdosen montiert, die Türblätter fehlen noch, die Gebäudereinigung war erstmals tätig.

Aber das Parkett erstrahlt im neuen Glanz. Es musste an einigen Stellen ausgeflickt werden, wurde abgeschliffen und anschließend geölt.

Der Anblick ist unbezahlbar!

Es stammt nicht von meinem Urgroßvater Johann-Baptist II. sondern von meinem Großvater Johann-Baptist III., der das Haus in den 1930er-Jahren renovierte, als er den Betrieb 1925 nach dem Tod des Vaters übernommen hatte und einige Jahre später heiratete.

So ein Parkett kann man sich natürlich auch heute noch neu machen lassen, für wahrscheinlich 150-200€/m², es würde aber nie so schön aussehen wie eines, das 70 oder 80 Jahre starke Beanspruchung hinter sich hat.

Das Balkonzimmer im Obergeschoß in der Süd-Ost-Ecke:

Vormals das Zimmer, in dem unsere langjährige Haushälterin wohnte und die letzten Jahre vor dem Auszug ich selbst. Ich wusste gar nicht, dass da so ein schöner Fußboden in meinem Kinderzimmer ist.

Gruppenraum 3 im Obergeschoß an der Nordseite:

 

Hier wurden zwei Zimmer zusammengelegt, das Zimmer meiner Großmutter und das Schlafzimmer meiner Eltern.

Das Treppenhaus im Obergeschoß:

 

Der Intensivraum im Obergeschoß:

Hier verbrachte ich zusammen mit meinem Bruder Michael und meiner Schwester Julia die ersten Jahre.

Der Personalraum im Dachgeschoß:

Der Intensivraum im Dachgeschoß:

Der “Wanderpokal” ;-)

Samstag, 15. September 2012

15. September 2012

Auf jeder Baustelle entstehen im Laufe der Zeit Haufen, vor allem in der Ausbauphase.
Diese Haufen bestehen aus Abfall und Materialresten, die nicht eindeutig einer bestimmten Firma zuzuordnen sind, vergessenen und/oder unbrauchbaren Werkzeugen längst nicht mehr anwesender Firmen, ein defektes Baustellenradio ist auch mal dabei (diese Dinger gehören eigentlich bauaufsichtlich verboten!) etc.
Kurzum, alle möglichen Materialien, für die sich keiner der anwesenden Handwerker zuständig fühlt, landen irgedwann auf einem Haufen. Manchmal in einer dunklen Ecke, oftmals mitten im Raum, je nach dem wo er grade nicht im Weg ist.

Diese Haufen wandern, werden schnell größer, selten kleiner, ändern gelegentlich auf wundersame Art die Zusammensetzung.

Wenn der Rohbau erledigt ist und die Ausbaugewerke anfangen, ist die Wanderungsfrequenz besonders hoch. Wird Estrich gelegt, wandert der Haufen in einen Raum, in dem der Boden schon drin ist. Sobald der Fliesenleger auf der Baustelle ist, findet sich der Haufen in einem Raum wieder, der mit Parkett ausgelegt werden soll. Kaum ist der Parkettleger da, wandert der Haufen in einen frisch gefliesten Raum. Wenn die Maler anfangen, liegt der Haufen, der sich vorher in eine Ecke drückte, auf einmal mitten im Raum.

Niemals verschwinden diese Haufen von alleine, selbst eine strenge Anordnung des Bauleiters auf Beseitigung wird entweder gar nicht oder nur unter Murren befolgt.

Hat ein Handwerker seine Arbeit erledigt, wird der Arbeitsbereich aufgeräumt, Restmaterialien abtransportiert, Späne, Schutt und Dreck zusammengekehrt und entsorgt. Nur der Haufen bleibt, allein und verlassen mitten im penibel zusammengefegten Raum. Bis der nächste Handwerker kommt, dem der Haufen im Weg ist.

Auf unserer Baustelle gibt es eine Besonderheit: der wandernde Haufen hat sich ein Behältnis gesucht. Ich nenne ihn daher den “Wanderpokal”:

Die Wanderung dieses Mörtelkübels voll mit Schutt, einem alten Hanfseil, ein paar Parkett-Resten (aus dem Bestand im Obergeschoß), etwas Abdeckflies (das nicht nur vom Maler verwendet wurde) und diversen anderen undefinierbaren Substanzen begann seine Wanderung im zeitigen Frühjahr 2012, als die nichttragenden Wände im Dachgeschoß abgerissen wurden, also noch vor Baubeginn der Rohbauarbeiten am neuen Treppenhaus. Ich habe die Wanderung des Kübels mit Interesse und Amusement verfolgt, jedoch gemäß den wissenschaftlichen Regeln für Naturforscher nicht eingegriffen.

Er steht nun im Mehrzweckraum im Dachgeschoß, auf dem nagelneuen und blitzsauberen Linoleum-Boden vor der Tür ins neue Treppenhaus. Sogar eine den Boden schützende Matte aus Schaumstoff hat er sich untergelegt. Mehrfach hatte er die Türschwelle in beide Richtungen überquert, jedoch nie den Weg nach draußen in den bereitstehenden Abfall-Container gefunden.

Da das Experiment zur Verhaltensforschung auf Baustellen bei der Vollendung der Bautätigkeit als abgeschlossen betrachtet werden kann, habe ich heute dem Gebäudereiniger die Anweisung erteilt, das Versuchsobjekt zu entfernen :lol:

Ausbau Dachgeschoß

Freitag, 14. September 2012

14. September 2012

Die Dachkonstruktion wird zwischen den Sparren gedämmt und anschließend mit einer Dampfbrems-Folie ausgekleidet.

Anschließend wird die Unterkonstruktion aus Blechprofilen für die Gipskartonbeplankung montiert. Dazwischen werden die Elektroleitungen eingezogen.

Die Dampfbrems-Folie muss an allen Durchdringungen, Stößen und den Sparren, auf die sie getackert wurde, dampfdicht abgeklebt werden. Je nach Einsatz-Ort kommen auf die jeweilige Anwendung abgestimmte Klebebänder zur Anwendung.

Nachdem die Dachschrägen, Wände und Vorsatzschalen mit zwei Lagen Gipskarton beplankt sind, kommt auf die Bodenbretter eine Schüttung als Niveau-Ausgleich.
Das Material hat die zungenbrecherische Bezeichnung “epoxydharzgebundenes Blähglasgranulat”.

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Darauf wird die Fußbodenheizung verlegt.

Die Rohre werden in vorgefertigte Nuten in die Dämmung eingelegt. Die Bleche dienen der Wärmeverteilung.

Darauf kommt der Trockenestrich. Die Platten haben einen umlaufenden Stufenfalz, mit denen sie miteinander verklebt und zusätzlich verschraubt werden.

Von den Arbeiten der Bodenleger habe ich hier leider keine Fotos.

Die Maler waren auch sehr fleißig.

Der Nebel stammt von der Grundierung, die vor dem Auftrag der ersten Farbschicht mit der Airless-Spritzpistole  (ganz rechts unten im Bild) unmittelbar vor der Fotografie aufgetragen wurde.

Die beiden folgenden Aufnahmen entstanden im Abstand von exakt 3 Monaten. Das erste am 14.06.2012, das zweite heute am 14.09.2012

Innendämmung

Donnerstag, 13. September 2012

13. September 2012

Das Gebäude besteht, gemäß dem Stand der Technik von vor hundert Jahren, aus Vollziegeln. Obwohl die Außenwände teilweise 60cm dick sind, entspricht deren Wärmedämmwert natürlich in keinster Weise dem heute üblichen Standard. Aufgrund der denkmalgeschützten Fassade ist es allerdings nicht möglich, das Gebäude von außen mit einer zusätzlichen Wärmedämmung (“Vollwärmeschutz”) zu versehen.

Wärmedämmung muss aber sein, da das Haus angesichts hoher und weiter steigender Energiepreise sonst nicht wirtschaftlich zu betreiben ist.

Also bliebt nur übrig, die Außenwände von innen zu dämmen. Innenliegende Dämmungen sind allerdings bauphysikalisch ungünstig. Der in der warmen Raumluft enthaltene Wasserdampf kann in die Wärmedämmung eindringen und kondensiert entweder dortselbst oder an der kalten Oberfläche des Mauerwerks. Die Folge sind Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung.

Und dies zu verhindern, bietet die Baustoffindustrie verschiedene Produkte zur energetischen Sanierung denkmalgeschützter Gebäude an.

Es gibt Systeme zur Innendämmung, bei denen der Dämmstoff dampfdicht ist (z.B. geschäumtes Glas “Foamglas”), oder das System kann Wasser aufnehmen, speichern und wieder abgeben ohne dabei an Dämmwirkung zu verlieren (Kalzium-Silikat-Platten), bis hin zu hochwärmedämmenden Vakuum-Dämmplatten, bei denen ein poröser Dämmstoff in eine Folie eingeschweißt und evakuiert wird.

Alle diese Produkte sind entweder extrem teuer (Vakuum-Platten), dämmen nicht besonders gut (Kalzium-Silikat), oder sind sehr umständlich und somit teuer zu verarbeiten (Foamglas) oder mehrere der genannten Nachteile in Kombination.

Die einfachste und preisgünstigste Variante wäre eine mit Mineralwolle gedämmte Vorsatzschale aus Gipskarton mit Dampfbremsfolie. Problematisch hierbei ist der dampfdichte Anschluss an Boden und Decke, speziell bei Holzbalkendecken (wie sie in unserer Villa ja vorhanden sind). Leckagen durch Beschädigungen sind kaum vermeidbar etc.

Man hat also in vielerlei Hinsicht die Wahl zwischen Erschießen und Erhängen bzw. zwischen Pest und Cholera.

Nachdem wir mehrere Bauphysiker und Fachberater der verschiedenen Anbieter konsultiert hatten, entschieden wir uns letztendlich für ein recht einfaches System vom bekannten Hersteller Rigips. Es handelt sich im Prinzip einfach nur um eine Verbundplatte aus Gipskarton und PS-Schaum (“Styropor”), die mittels Ansetzbinder an die Wand geklebt wird.

Allerdings wurden einige Details verbessert:

Der Dämmstoff hat durch Zugabe von Graphit einen besseren Dämmwert als herkömmliches Styropor (λ=0,032W/(mK) statt 0,040W/(mK) ),

und der Ansetzbinder basiert auf Zement statt auf Gips.

 

Bei der Verarbeitung muss darauf geachtet werden, dass der Kleber in einem umlaufenden Wulst aufgebracht wird, damit keine warme und wasserhaltige Raumluft hinter die Platte und auf das kalte Mauerwerk gelangen kann.

 

Zunächst müssen die zu beklebenden Wände vorbereitet werden, damit der Kleber dauerhaft hält: die alte Farbe muss abgefräst und lose Putzstellen müssen entfernt werden, an einigen Stellen musste der Putz komplett erneuert werden.

Gruppenraum 3 im Obergeschoß

 

Gruppenraum 1 im Erdgeschoß mit der ersten Lieferung Dämmplatten

Doch als die ersten Platten an die Wand geklebt werden sollten, das:

Alle gelieferten Platten waren verzogen und somit unbrauchbar!

Die komplette Lieferung musste ausgetauscht werden. Naja, noch sind wir im Zeitplan…….

Bei der zweiten Lieferung hat dann alles gepasst und die Arbeiten konnten beginnen.♦

Rohbau innen

Mittwoch, 12. September 2012

12. September 2012

Parallel zu den Arbeiten am neuen Treppenhaus wurden im Innern des Altbaus einige Veränderungen vorgenommen.

Der Kindergarten soll später einmal Platz für 70 Kinder bieten, aufgeteilt in drei Gruppen. Dazu müssen Gruppenräume mit einer Fläche von rund 50m² geschaffen werden. Dies war nur möglich, indem einige tragende Wände großflächig durchbrochen wurden.

Durchbruch Obergeschoß. Blick vom Wohnzimmer in das zuletzt von mir bewohnte Balkonzimmer.

 

Durchbruch Erdgeschoß. Blick von der Küche in das vormalige Esszimmer, später Chef-Büro meines Vaters Martin.

 

Bis zu 500kg schwere Stahlträger mussten eingebaut werden, um die Deckenbalken im Bereich dieser Druchbrüche abzufangen.

Dieser Träger wiegt "nur" knapp 200kg.

 

Türöffnungen mussten verschlossen und an anderer Stelle wieder neu hergestellt werden. Alle damit verbundenen Maurerarbeiten wurden mit den alten, an anderer Stelle herausgebrochenen Ziegeln ausgeführt. Aber nicht (nur) aus Sparsamkeit oder weil es etwa die Denkmalbehörde so wollte, sondern ganz einfach weil die damals verwendeten Ziegel ein anderes Format haben als die heutigen. Das sog. “Klosterformat” ist ein paar Zentimeter größer als das heute gebräuchliche.

Da eine Nutzungsänderung baurechtlich wie ein Neubau zu behandeln ist, musste das Tragwerk des gesamten Gebäudes (“die Statik”) neu berechnet und nachgewiesen werden. Da speziell im Keller die Tragfähigkeit der alten Betondecken zu gering oder zumindest zweifelhaft war, mussten eine ganze Reihe von Stahlträgern und Stützen eingebaut werden.

Alle tragenden Stahlteile im Keller werden später noch feuerbeständig ummantelt, damit das Gebäude im Falle eines Brandes nicht einstürzt.

Praktisch in letzter Minute bevor die Arbeiten am Innenausbau des Dachgeschoßes beginnen sollten, hatte der Zimmerer noch ein paar schadhafte Deckenbalken entdeckt und eben noch schnell repariert. Solche Überraschungen gibt es bei der Sanierung eines alten Hauses immer mal wieder, zusätzlich zum ganz normalen Wahnsinn einer Baustelle mit engem Zeitplan.

Oberhalb dieses Deckenbalkens war früher ein undichter Kaminkehrerausstieg.

Rohbau neues Treppenhaus

Freitag, 24. August 2012

24. August 2012

Da ich in den letzten Monaten kaum Zeit fand um an diesem Blog weiterzuschreiben, möchte ich im Folgenden den Baufortschritt einzelner Bauteile zusammenfassen, sozusagen in Zeitraffer.

Ich beginne mit dem Rohbau des neuen Treppenhauses, das an den Westgiebel angebaut wird.

Wie im letzten Beitrag schon berichtet, begann die Firma Hoser am 12.04.2012 mit den ersten Arbeiten.

Fundamente

Zwei Wochen später sind die Fundamente fertig. Das hat leider etwas zu lange gedauert, war aber aufgrund mehrerer Höhenversprünge auf engem Raum nicht schneller lösbar.

 

Gut eine Woche später sind die Außenwände betoniert.

 

Außenwände und Schachtgrube

Bewehrung Bodenplatte

Wieder eine Woche später ist die Bodenplatte bereit zum betonieren.

 

 

 

 

Schacht-Schalung

Die innere Schalung für den Aufzugsschacht wird am Stück angeliefert. Die metallisch glänzenden Teile sind sogenannte Ausschal-Ecken. Sie können mit einem innenliegenden Hebelmechanismus so verstellt werden, dass die gesamte Schalung ringsum um ca. 5cm schmäler wird. Die Schalung kann so nach dem betonieren eines Abschnittes aus dem Schacht herausgezogen werden. Zeitraubendes und umständliches Ausschalen im engen Aufzugsschacht entfällt somit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schalung schließen

Die Schachtschalung ist in Position, die Bewehrung für den ersten Betonierabschnitt des Schachtes ist fertig, die äußere Schalung wird soeben geschlossen.

 

 

 

 

 

 

 

Schacht betonieren

Beton!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schacht außen ausgeschalt

Gleich am nächsten Morgen wird ausgeschalt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausschal-Ecken öffnen

Mit einem schweren Hebel werden die Ausschal-Ecken umgestellt. Die Schalung löst sich vom erstarrten Beton.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ecken werden an den Kran angehängt und die ganze innere Schalung am Stück aus dem Schacht herausgezogen.

Schachtschalung herausziehen 1Schachtschalung herausziehen 2Schachtschalung herausziehen 3

 

 

 

 

 

 

 

 

Schachtschalung herausziehen 4Schachtschalung herausziehen 5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Vorgang hätte mit konventioneller Technik auf beengtem Raum mehrere Stunden gedauert. So war die Arbeit bereits vor der Brotzeit erledigt.

Schalung und Bewehrung Treppe

 

 

 

 

 

 

 

Das erste Schachtsegment ist fertig. Nun wird der Treppenlauf und das Zwischenpodest geschalt und bewehrt.

 

Treppenbeton

Der Treppenlauf wird betoniert. Die Kunst hierbei ist die, dass der Beton nicht zu dünnflüssig, aber auch nicht zu zäh sein darf. Sonst läuft entweder alles unten wieder raus oder die Schalung wird nicht komplett gefüllt.

 

 

Treppe und Podest fertig betoniert

 

 

 

 

 

 

 

 

Schalung für gewendelten TreppenlaufSchalung und Bewehrung eines gewendelten Treppenlaufes ist etwas komplizierter.

Schalung und Bewehrung Treppe zum Obergeschoß

 

 

 

 

 

 

 

 

 

die Traufe ist erreicht

Anfang Juni war die Traufe erreicht.

Ortgang demontiert

Die Giebelsparren und Ortgangbretter wurden demontiert......

 

 

 

 

 

 

 

 

Ortgang wieder montiert

.......und am neuen Giebel am neuen Dachstuhl wieder montiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Rohbau des neuen Treppenhauses ist somit abgeschlossen.

Baugrube

Freitag, 20. April 2012

20. April 2012

Der neue Anbau auf der Westseite des Gebäudes mit dem neuen Treppenhaus und dem Aufzug soll einen Zugang vom Habererweg bekommen. Der Gehweg liegt ca. 1m tiefer als der Fußboden des Erdgeschoßes. Der Aufzugsschacht benötigt eine Grube, die noch einen Meter tiefer ist als die unterste Haltestelle. Inklusive Fundamentstärke muss die Baugrube also ca. 2,50m tief ausgehoben werden (gemessen vom Erdgeschoß). Dummerweise ist der Westgiebel der einzige Gebäudeteil, der nicht unterkellert ist. Die Giebelwand ist nur ca. 1m tief gegründet. Würden wir die Baugrube unmittelbar daneben 1,50m tiefer ausheben als die Fundamente dieser Wand, würde der ganze Giebel in die Baugrube rutschen. Also müssen die Fundamente unterfangen, sozusagen nach unten verlängert werden. Dies muss in drei Arbeitsschritten in fünf jeweils 1,20m langen Abschnitten geschehen.

Der ganze Vorgang bis zum ersten Fundament:

Unterfangung 2. Arbeitsschritt

Der erste Abschnitt rechts im Bild wurde schon Freitag letzte Woche betoniert. Im Bild oben wird gerade der zweite Abschnitt ausgebaggert. Im dritten Teil dazwischen muss das Erdreich stehen bleiben, bis der zweite Teil fertig betoniert ist.

zweiter AbschnittDer zweite Abschnitt kurz vor dem betonieren.

Beton.

Der dritte Abschnitt fertig betoniert.

Am Tag danach wird ausgeschalt und dann  kann endlich die Baugrube ausgehoben werden.

Baugrube mit Sauberkeitsschicht und der Schalung und Bewehrung der Bodenplatte des Aufzugsschachtes.

Jetzt geht’s los!

Mittwoch, 04. April 2012

04. April 2012

Die ersten Aufträge sind vergeben, alle Vorbereitungen und Planungen sind fast abgeschlossen. Am Dienstag nach Ostern wird Firma Hoser Bauunternehmung mit dem Aushub für die Fundamente des Anbaues beginnen.

In der Zwischenzeit wurde das Dachgeschoß etwas weiter “entkernt”: Die vermeintlich nichttragenden leichten Trennwände im früher bewohnten Teil des Dachgeschoßes wurden abgerissen.

Abbruch Gipsdielen-Wände

Dabei mussten wir feststellen, dass das hölzerne und mit Gipsdielen ausgefachte Ständerwerk teilweise doch tragende Funktion hatte und die von unten (!) an die Pfetten genagelten Deckenbalken am herabfallen hinderte.

tragende "nichttragende Wände"

Da der neue Grundriss im Dachgeschoß völlig anders werden soll wie der Bestand (nur eine der Wände bleibt stehen), müssen die Ständer, die bis jetzt irgendwie die Deckenbalken in Position gehalten haben, entfernt werden.

Des Weiteren muss eine Diagonal-Strebe, die bis zum Firstbalken reicht, im unteren Ende entfernt werden, da hier eine Rollstuhl-gerechte Türe in der neu einzuziehenden Wand sein soll.

Diese Strebe muss weg

Um die Kräfte abzufangen, musste die horizontale Zange mit zwei zusätzlichen Balken verstärkt werden. Dann konnte die Strebe gefahrlos entfernt werden.

Strebe entfernt

Hier wäre die Spannweite ohne unterstützende Wand zu groß geworden. Deshalb der Unterzug:

Unterzug

Alle Deckenbalken wurden mit langen Tellerkopfschrauben nach oben an die Pfetten gezogen und zusätzlich mit Vollgewindeschrauben gesichert.

Baugenehmigung zur “Nutzungsänderung Aus- und Umbau zu Kindertagesstätte”

Freitag, 10. Februar 2012

10. Februar 2012

Die Baugenehmigung ist da!

Hier der Genehmigungsplan, wie er dem Landratsamt Ebersberg vorlag:

Der kleine Quergiebel auf der Westseite soll mit einen Anbau um 6m verlängert werden. Darin findet die zweite Treppe und der Aufzug Platz. Es wird einen ebenerdigen Zugang vom Gehweg des Habererweges geben. So ist die durchgängige Barrierefreiheit, wie es für öffentliche Gebäude vorgeschrieben ist, gewährleistet.

In Abstimmung mit der Denkmalbehörde soll der Anbau in Form und Materialien so gestaltet werden, als ob er immer schon so geplant gewesen wäre.

Im Inneren des Bestandsgebäudes werden drei Wände großflächig durchbrochen, um jeweils zwei Zimmer zu großen Gruppenräumen zusammenzulegen.

Der Keller wird durch eine Treppe an der Südseite von außen zugänglich. So können Spielgeräte vom Spielplatz im Gebäude eingelagert werden, ohne den Umweg über das Treppenhaus nehmen zu müssen.

Im Dachgeschoß werden einige nichttragende Wände abgebrochen und neue eingezogen. So entsteht dort unter anderem ein Mehrzweckraum, ein Aufenthaltsraum für das Personal und ein behindertengerechtes WC.

Alle Aufenthaltsräume sind so angeordnet und untereinander mit Türen verbunden, dass jeder Raum über zwei unabhängige Flucht- und Rettungswege verfügt.