Archiv für Oktober 2010

Fassadenputz

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Eigentlich ist es schon zu spät im Jahr, um mit den Putzarbeiten an der Fassade zu beginnen. Aber bestimmte Umstände, auf die wir keinen Einfluss hatten, haben dazu geführt, dass wir es nun doch tun. Es besteht ein gewisses Risiko, dass die Arbeiten aufgrund von Frost abgebrochen werden müssen. Aber im Moment spielt das Wetter mit und wir sind zuversichtlich, die Fassade bis Ende November komplett fertigzustellen und das Gerüst abbauen zu können.

Als erste Schicht wird nach dem Abwaschen des Mauerwerkes ein sogenannter Spritzwurf aufgebracht. Er dient als Haftbrücke für den darauf folgenden Grundputz.

links Spritzwurf, rechts Grundputz, oben altes Gesims, mitte Drahteckwinkel

Während der Vorspritzmörtel mit der Kelle per Hand aufgetragen wurde, kann der Grundputz mit der Maschine gespritzt werden.

Grundputz auftragen mit der Maschine und abziehen

Nach ein bis zwei Tagen trocknen kann der Grundputz gekratzt werden. Dabei werden vorstehende Unebenheiten entfernt und es entsteht eine ebene Fläche für die dritte Lage, dem Edelputz.

Grundputz gekratzt

Vorher hatte der Schlosser noch eine Halterung für den neuen Balkon an die Balken der Decke über der ehemaligen Küche angeschraubt. Am Ende des Stahlträgers ist ein Isokorb als thermische Trennung angeschweißt.

U-Profil an Deckenbalken mit Isokorb

Zusätzlich wird um den Isokorb das Mauerwerk 10cm tief eingestemmt und mit Schaumstoff ausgefüllt. Diese Maßnahme ist erforderlich, damit der Stahlträger, der ja direkten Kontakt mit dem Holz hat, nicht so weit auskühlt, dass sich Kondenswasser bilden kann und der Holzbalken dadurch Schaden nimmt.

Halterung für neuen Balkon über der ehemaligen Küche

Nach Fertigstellung der Fassade wird an diese acht Gewindebolzen der neue Balkon angeschraubt. Er wird dem kleinen Balkon in Form und Ausführung angepasst, nur etwas größer.

Die Fenster sind da

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Am Montag war der Tag, auf den wir mit über einem Jahr Vorbereitung, Planung, Abstimmung mit den Behörden, Rücksprache mit dem Bauphysiker und ca. fünf Monaten Fertigung hingefiebert haben:

Die neuen Fenster sind da!

Fenster für das Erdgeschoß

Fenster für das Dachgeschoß

... und eingebaut

In dieser Bauphase werden allerdings nur der äußere Stock mit den Außen-Flügeln montiert. Der Kasten mit den Innen-Flügeln kommt später.

Schreinermeister bei der Arbeit

Über den Dächern von Markt Schwaben

Dienstag, 05. Oktober 2010

Rundblick vom First:

Norden

Osten - Richtung Marktplatz

Süden

Der Bauherr auf dem First

Walm mit Grat

die geschnittenen Ziegel müssen einzeln angebunden werden

Detail Grat

das wird noch eine schöne Fieslerei für den Spengler

so sieht eine Nockenkehle aus

Das Fassadenputz muss weg

Dienstag, 05. Oktober 2010

Ursprünglich wollten wir den Putz weitgehend erhalten und nur die schadhaften Stellen ausbessern. Nach einer genaueren Untersuchung und unter Hinzuziehung von Anwendungstechnikern der Firma Hasit, dem Hersteller des neuen Putzes, wurde klar, dass es nur an der Ostfassade größere zusammenhängende intakte Putz-Flächen gibt. Alle anderen Flächen, besonders an der Nord- und West-Fassade, sind locker und mürbe und lassen sich teilweise mit dem Fingernagel abkratzen.

Bei einem kurzfristig zustande gekommenen Ortstermin mit Herrn Dr. Hallinger, stellvertretender Referatsleiter beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, wurde entschieden, dass der Putz nur am Giebeldreieck der Ostfassade erhalten bleiben soll. Diese Fläche ist vom Rest durch ein Kaffgesims abgegrenzt und so gibt es auch keinen direkten Übergang zwischen altem und neuen Putz. Diese Übergänge wären bei dem zur Anwendung kommenden groben Kellenwurf mit Korngröße 8mm immer unschön geworden und hätten sich niemals angleichen lassen.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Herrn Dr. Hallinger für die schnelle und unkomplizierte Bearbeitung unseres Projektes!

Also wurde begonnen, den alten Putz abzuschlagen.

Der Putz muss weg

Südfassade ohne Putz

Vorher hatte ich die Lage und Breite aller Faschen, Lisenen und Gesimse der gesamten Fassade dokumentiert.

12.000 Dachziegel…..

Dienstag, 05. Oktober 2010

…. wurden gestern angeliefert.

12.000 Dachiegel

Wir verbauen Biberschwanz-Ziegel naturrot von Erlus

Die Eindeckung mit Biberschwänzen ist deutlich komplizierter als mit den heute gebräuchlicheren Dachpfannen. So muss zum Beispiel an Wandanschlüssen, Kehlen  und Ortgängen unter jeden einelnen Biber ein Stück Kupferblech, die sogenannte Nocke, untergelegt werden, damit die Eindeckung dicht ist.

Anschluss an Ortgang mit Nocken und halben Bibern

Anschluss an Gaube mit eingefassten Nocken

Nockenkehle

Blechverkleidung der Gaube

Der Giebelspitz in der Nord-Fassade ist schadhaft und wird 1:1 nachgebaut.

Giebelspitz alt und neu

fertig eingebaut, die Bretterschalung fehlt noch