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Das Gerüst ist abgebaut.

Montag, 24. Januar 2011

In der letzten Woche vor Weihnachten konnten die Maler den Fassadenanstrich gerade nicht mehr fertigstellen. Ganze drei frost- und niederschlagsfreie Tage fehlten, dann hätte es noch geklappt. So aber mussten die Arbeiten ins neue Jahr vertagt werden.

Als dann nach der Winterpause eine kurze Schönwetter-Periode abzusehen war, wurde die Gelegenheit genutzt und alle Arbeiten schnell erledigt, die nicht ohne Gerüst gemacht werden können.

Am 19.01.2011 gegen Mittag war es dann soweit. Das Gerüst wurde den Malern buchstäblich unter den Füßen weg abgebaut. Ganz fertig sind wir mit der Fassade zwar noch nicht, z.B. im Eingangsbereich auf der Ostseite und rund um die Balkontüren. Aber das alles kann auch ohne Gerüst abgearbeitet werden.

Die Putzer sind fertig

Donnerstag, 25. November 2010

Am Dienstag, den 23.11.2010, haben die Putzer als letztes die Ostfassade fertig gestellt.

Oben die Maler, mitte die fertig geputzte Fassade, unten der Senior-Chef

Der Bereich über dem unteren Kaffgesims bleibt gemäß der Vereinbarung mit dem Landesamt für Denkmalpflege erhalten. Kleinere Beschädigungen werden ausgebessert und lockere Farbschichten mit der Drahtbürste entfernt.

Säubern des alten Putzes

alter Putz mit vielen Farbschichten

Hier ein neu verputzter Pfettenkopf mit geglätteter Oberfläche und daneben der scharfe Kontrast zum groben Kellenwurf, darüber ein originales Gesims, das erhalten bleibt.

alt und neu

Der Senior-Chef auf Baustellen-Inspektion:

Mit der Fertigstellung der letzten Fassade sind wir einen großen Schritt weiter am Ziel: bis Weihnachten soll das Gerüst abgebaut sein.

Ganz fertig sind die Putzer allerdings noch nicht. Der Bereich unter dem Balkon auf der Ostseite ist noch weitgehend unbearbeitet. Die Arbeit an diesem Bereich habe ich zugunsten der Hauptflächen zurückgestellt, da hier auch ohne Gerüst und zu einem späteren Zeitpunkt gearbeitet werden kann.

Der Kellenwurf – die letzte Putzschicht

Samstag, 20. November 2010
Nachdem der Grundputz aufgetragen und kurz darauf gekratzt wurde und genügend Zeit zum trocknen hatte, wurden vergangene Woche die Faschen und Lisenen mit einer Kalkglätte aufgebracht.

Faschen und Lisenen in weißer Kalkglätte

Diese Verzierungen der Fassade sind typisch für die Zeit, in der das Haus gebaut wurde. Ich habe die gesamte Fassade vor dem Abschlagen des alten Putzes vermessen, dokumentiert und die Anordnung und Einteilung der Putzflächen in einen Plan eingezeichnet.

Dokumentation der Fassadengestaltung

Der feinkörnige Kalkmörtel wird in zwei Schichten aufgetragen und anschließend noch frisch mit dem Schwammbrett verrieben und mit der Glättkelle abgezogen. So ergibt sich eine sehr glatte und edel aussehende Oberfläche, die deutlich schöner ist als die heute üblichen gefilzten Faschen, bei denen das Korn zu sehen ist.

Die glatten Streifen um die Fenster und Türen, an den Gebäudekanten und Gesimsen werden mit etwas Übermaß aufgetragen. Anschließend werden die exakten Maße aus dem Plan mit der Schlagschnur markiert und die Flächen, die später glatt bleiben sollen, mit Klebeband und Folie abgedeckt.

Fenster und Gebäudekanten sind abgeklebt.

Es ist es gerade noch warm genug, dass das Klebeband hält.

Detail Fensterbank mit Fasche

Heute, Samstag 20.11.2010, bei knapp über 0°C, wurde mit dem Kellenwurf auf der Südseite des Hauses begonnen. Um die grobe Struktur des originalen Putzes zu erreichen, muss ein spezieller Mörtel mit einer Korngröße von 8mm in ziemlich dünnflüssiger Konsistenz mit der Kelle und mit Schwung auf den Untergrund geworfen werden. Das setzt Können und Erfahrung voraus und kann nicht mit der Maschine gemacht werden.

Um die richtige Menge Wasser für die Mischung zu ermitteln, wird zuerst eine Probefläche angelegt.

Probefläche für den Kellenwurf (die zweite)

Das Ergebnis wurde diskutiert und schließlich im dritten Anlauf für gut befunden.  Schließlich muss alles genau passen. Der geworfene Putz wird ja nicht verrieben, Korrekturen sind also kaum möglich.

Diskussion des Probewurfes

Ich bin wieder einmal begeistert, mit welcher Akribie die Handwerker bei der Arbeit sind. Man kann es spüren, dass es allen Handwerkern (nicht nur den Putzern, wie in diesem Fall) bewusst ist, dass sie auf einer besonderen Baustelle arbeiten. Ich muss sie noch nicht einmal anspornen, manchmal sogar etwas einbremsen, damit die Kosten im Rahmen bleiben. Hier zahlt sich die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Firmen aus.

Nachdem das Mischungsverhältnis  zwischen Trockenmaterial und Wasser ermittelt wurde, wird der der als Sackware angelieferte Mörtel in der Maschine gemischt und eimerweise auf des Gerüst gebracht und per Hand mit der Kelle auf die Fassade geworfen.

Putz-Mörtel mischen

eimerweise hoch auf das Gerüst

... und mit Schwung...

.. an die Wand

Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, und die Fassade könnte bis Weihnachten fertig sein.

Fassadenputz

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Eigentlich ist es schon zu spät im Jahr, um mit den Putzarbeiten an der Fassade zu beginnen. Aber bestimmte Umstände, auf die wir keinen Einfluss hatten, haben dazu geführt, dass wir es nun doch tun. Es besteht ein gewisses Risiko, dass die Arbeiten aufgrund von Frost abgebrochen werden müssen. Aber im Moment spielt das Wetter mit und wir sind zuversichtlich, die Fassade bis Ende November komplett fertigzustellen und das Gerüst abbauen zu können.

Als erste Schicht wird nach dem Abwaschen des Mauerwerkes ein sogenannter Spritzwurf aufgebracht. Er dient als Haftbrücke für den darauf folgenden Grundputz.

links Spritzwurf, rechts Grundputz, oben altes Gesims, mitte Drahteckwinkel

Während der Vorspritzmörtel mit der Kelle per Hand aufgetragen wurde, kann der Grundputz mit der Maschine gespritzt werden.

Grundputz auftragen mit der Maschine und abziehen

Nach ein bis zwei Tagen trocknen kann der Grundputz gekratzt werden. Dabei werden vorstehende Unebenheiten entfernt und es entsteht eine ebene Fläche für die dritte Lage, dem Edelputz.

Grundputz gekratzt

Vorher hatte der Schlosser noch eine Halterung für den neuen Balkon an die Balken der Decke über der ehemaligen Küche angeschraubt. Am Ende des Stahlträgers ist ein Isokorb als thermische Trennung angeschweißt.

U-Profil an Deckenbalken mit Isokorb

Zusätzlich wird um den Isokorb das Mauerwerk 10cm tief eingestemmt und mit Schaumstoff ausgefüllt. Diese Maßnahme ist erforderlich, damit der Stahlträger, der ja direkten Kontakt mit dem Holz hat, nicht so weit auskühlt, dass sich Kondenswasser bilden kann und der Holzbalken dadurch Schaden nimmt.

Halterung für neuen Balkon über der ehemaligen Küche

Nach Fertigstellung der Fassade wird an diese acht Gewindebolzen der neue Balkon angeschraubt. Er wird dem kleinen Balkon in Form und Ausführung angepasst, nur etwas größer.

Das Fassadenputz muss weg

Dienstag, 05. Oktober 2010

Ursprünglich wollten wir den Putz weitgehend erhalten und nur die schadhaften Stellen ausbessern. Nach einer genaueren Untersuchung und unter Hinzuziehung von Anwendungstechnikern der Firma Hasit, dem Hersteller des neuen Putzes, wurde klar, dass es nur an der Ostfassade größere zusammenhängende intakte Putz-Flächen gibt. Alle anderen Flächen, besonders an der Nord- und West-Fassade, sind locker und mürbe und lassen sich teilweise mit dem Fingernagel abkratzen.

Bei einem kurzfristig zustande gekommenen Ortstermin mit Herrn Dr. Hallinger, stellvertretender Referatsleiter beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, wurde entschieden, dass der Putz nur am Giebeldreieck der Ostfassade erhalten bleiben soll. Diese Fläche ist vom Rest durch ein Kaffgesims abgegrenzt und so gibt es auch keinen direkten Übergang zwischen altem und neuen Putz. Diese Übergänge wären bei dem zur Anwendung kommenden groben Kellenwurf mit Korngröße 8mm immer unschön geworden und hätten sich niemals angleichen lassen.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Herrn Dr. Hallinger für die schnelle und unkomplizierte Bearbeitung unseres Projektes!

Also wurde begonnen, den alten Putz abzuschlagen.

Der Putz muss weg

Südfassade ohne Putz

Vorher hatte ich die Lage und Breite aller Faschen, Lisenen und Gesimse der gesamten Fassade dokumentiert.

Fenster Nr. 8

Freitag, 06. August 2010

In den alten Plänen ist neben dem Erker im Erdgeschoß in der Nordfassade ein Fenster eingezeichnet. Dieses Fenster ist anscheinend um 1930, als mein Großvater Johann-Baptist III. den Betrieb übernahm und anschließend heiratete, zugemauert und überputzt worden.

Das betreffende Zimmer wurde von meinem Urgroßvater Johann-Baptist II. im Original-Plan als “Wohnzimmer” bezeichnet und später zum Büro umfunktioniert.

Vermutlich war zu wenig Stellfläche für Aktenschränke oder ähnliches vorhanden, und daher wurde dieses Fenster verschlossen und geriet in Vergessenheit.

Da die Nordfassade Jahrzehnte lang mit Wein und Efeu bewachsen war, fiel die ausgebesserte Putzfläche nie wirklich auf.

Durch Klopfen konnte die alte Fensteröffnung leicht ermittelt werden. Der alte Sturz war schnell gefunden und der Übergang zwischem alten und “neuem” Mauerwerk ist gut zu erkennen.

Das bereits im November 2009 fertiggestellte Musterfenster soll hier eingebaut und eine Musterfläche des Fassadenputzes angelegt werden.

Fassaden – neue “alte” Fenster

Freitag, 16. Juli 2010

An den Fassaden sollen einige kleinere Veränderungen vorgenommen werden.

In der Nordfassade wurden um 1935 zwei Fenster verschlossen, die nun wieder geöffnet bzw. wieder hergestellt werden sollen. Es handelt sich um Fenster Nr. 8 im Erdgeschoß neben dem Erker und Fenster Nr. 7 im Obergeschoß rechts neben dem Balkon, das 75 Jahre hinter verschlossenen Läden verborgen war, wieder hergerichtet.

In der Ostfassade wird das große dreiteilige Fenster Nr. 26 rechts neben der Haustüre gemäß den alten Fotos wieder hergestellt. Dieses Fenster wurde in den 1960er Jahren gegen ein einflügeliges und sprossenloses “Biebelfenster” ausgetauscht. Dabei wurden Fensterbreite und Brüstungshöhe verändert. All dies wird wieder in den Originalzustand zurückversetzt.

Die Westfassade erhält einen zusätzlichen Balkon. Dazu wird das Fenster Nr. 42 im Südlichen Teil als Balkontüre erweitert. Im Dachgeschoß wird das kleine Fenster Nr. 40 im Quergiebel vergrößert.
Das Fenster Nr. 45 im EG ist genauso wie die auf alten Fotos erkennbaren Fenster im DG ein von der Bauart und Einteilung her ganz anderer Typ als die Fenster 1-17. Vermutlich handelt es sich hierbei um gebrauchte Teile, die aus einem Abrissgebäude ausgebaut und hier wieder verwendet wurden.

Fenster EG und OG, Nr. 1-17, Stulp, eine Quersprosse

Fenster DG Nr. 20 + 21, Pfosten, zwei Quersprossen

Da bei diesem Fenstertyp der innere Flügel auch zwei Quersprossen hat, sind diese mit den Sprossen des Innenflügels versetzt.

Daher haben wir uns entschlossen, diese Fenster leicht zu modifizieren um ein einheitliches Bild zu erzeugen: Die Flügeleinteilung bleibt, wie sie auf den alten Fotos erkennbar ist, jedoch werden die äußeren Drehflügel als Stulp ohne Pfosten ausgeführt und sie erhalten nur eine Quersprosse, so dass sie mit der unteren Quersprosse des Innenflügels deckungsgleich ist.

Die Südseite des Gebäudes (die seltsamerweise weder zeichnerisch dargestellt noch fotografisch dokumentiert wurde) erhält im Dachgeschoß zwei statt des einen vorhandenen Fensters  (Nr. 47 + 48). Dadurch bekommt der später noch auszubauende große Raum im südlichen Dachgeschoß mehr Licht. Zusätzlich werden in das Dach Schleppgauben eingebaut, so wie sie im alten Eingabeplan von 1912 eingezeichnet sind, aber nie ausgeführt wurden (Nr. 18, 39 und 41).

Der Kamin im südlichen Teil des Gebäudes wird ab Oberkante Decke über Obergeschoß abgebrochen.